NEWS Kinder und Jugendhilfe, die Schulen sowie die Palliativ und Hospizarbeit. Was sind für Sie die dringlichsten Themen, die Sie jetzt angehen wollen? Ich bin kein Freund von Schnellschüssen. Natürlich bringt man eigene Ideen mit, weiß, was gut und was weniger gut funktioniert, aber ich halte es für wichtig, erst einmal zuzuhören und zu verstehen, bevor man etwas verändert. Es gibt hier unglaublich viel Gutes, Gewachsenes, Bewährtes. Und das sollte man nicht leichtfertig infrage stellen. Klar ist aber auch: Es hat sich einiges aufgestaut – und die Zeiten sind heraus fordernd. Wir müssen an allen Stellen hart an uns arbeiten, an unseren Prozessen, an unserer Kommunikation, an der ein oder anderen Stelle auch an unserer Wirtschaftlichkeit, damit wir nachhaltig erfolgreich bleiben können. Die Jahres losung 2025 passt perfekt zu meinem Start: „Prüfet alles und behaltet das Gute.“ Das ist für mich kein Aufruf zum Stillstand, sondern ein Prinzip der klugen Erneuerung. Man schaut gemeinsam hin, man prüft, was trägt – und entwickelt dann weiter, was Zukunft hat. „Die Jahreslosung 2025 passt perfekt zu meinem Start: Prüfet alles und behaltet das Gute!“ Ein großes Thema, das bei vielen sozialen Trägern und vor allem in der Altenhilfe zentral ist, ist das Thema Personal. Ja, das ist ein ganz zentrales Thema, davon hängt vieles ab. Dabei geht es ja gar nicht nur um Fachkräfte. Es geht darum, auf allen Ebenen und für alle Tätigkeiten Menschen zu gewinnen, zu binden und gut zu begleiten – egal, ob sie aus Deutschland kommen oder aus dem Ausland, egal, ob es sich um Hilfs, Fach oder Führungs kräfte handelt. Für die Menschen, die aus dem Ausland zu uns kommen, haben wir die Verant wortung, dass sie hier wirklich ankommen können, eine Wohnung finden und verstehen, wie das Leben hier funktioniert. Nur dann bleiben sie. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland wird es nicht gehen hier positioniert sich die Stiftung ja auch ganz klar: Die Stiftung ist bunt, und das ist gut so. Gleichzeitig müssen wir das Bild der Pflege stärken, weg vom Defizitblick, weg vom Jammern und Klagen, hin zur Wertschätzung dieses Berufes, zum Stolz auf das, was wir leisten. Pflege ist ein großartiges, zutiefst menschliches Tätig keitsfeld, facettenreich und intensiv. Und wir bieten sichere, sehr ordentlich bezahlte Arbeits plätze. Das müssen wir mehr nach außen tragen. In Ihrer vorherigen Vorstandsposition waren Sie unter anderem für Digitalisierung im Unternehmen verantwortlich. Sehen Sie bei der Samariterstiftung hier Entwicklungspotenzial? Das gibt es immer, die Entwicklung ist da sehr schnell. Mein erster Eindruck ist, dass bereits viele gute digitale Ansätze da sind. Wie so oft gibt es eine große Vielfalt an Systemen. Nicht immer ist alles konsequent umgesetzt oder zu Ende geführt, es gibt noch ziemlich viel Papier. Digita lisierung lebt von Vereinheitlichung, von Standar disierung, davon, Prozesse von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende zu denken – und dann möglichst digital abzubilden. Deshalb geht es jetzt zunächst darum, gemeinsam zu klären: Wohin wollen wir? Was läuft gut? Wo entstehen Medienbrüche? Wo erfassen wir Daten doppelt? Wie können wir Systeme besser vernet zen, damit Informationen fließen und Prozesse einfacher werden? Und wie können wir Projekte besser managen und erfolgreich zu Ende führen? Als Theologe haben Sie vermutlich auch die diakonische Ausrichtung der Stiftung im Blick? Weniger als Theologe, mehr als Mensch und Christ. Ich finde sehr spannend, dass alle drei Vorstände diese Doppelrolle haben und in ihrer Biografie Fachlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Diakonie miteinander verbinden. Und dass das auch in der Breite der Mitarbeiterschaft mitge tragen wird. Diakonie ist ja keine Spezialaufgabe für Theologinnen und Geistliche. Für mich ist Diakonie keine abstrakte Idee, sondern ganz konkret. Sie geschieht im Alltag, eher wochentags 8